Wie giftig ist die Mistel?

Wie giftig ist die Mistel?

 

Ehrlich gesagt? - Ich weiß es selbst nicht!

Am letzten Sonntag brachten unsere Nachbarn von ihrem Spaziergang ein paar Mistelzweige für uns mit. Wir stellten sie in einer Vase auf den Tisch. Als unser Kater begann, daran herumzuschnüffeln, war mir nicht ganz wohl. Deshalb googelte ich "ist die mispel giftig": Ungefähr 60.200 Ergebnisse (0,48 Sekunden). 

Nach dem ersten Beitrag wollte ich spontan die Mistelzweige entsorgen. "Giftig! Besonders die Beeren!", hieß es da. Aber ich wollte nicht so schnell aufgeben und suchte weiter. Und was soll ich sagen? Wie so oft konnte man bei Google alles finden - und auch das Gegenteil dazu.

Ich stelle hier mal eine Reihe von Suchergebnissen vor, bitte aber gleichzeitig um Nachsicht - ich konnte leider nicht alle 60.000 Einträge sichten. Es handelt sich hier ausnahmslos um Screenshots aus der Google-Suche oder den entsprechenden Seiten, bzw. wörtliche Zitate. Meine Anmerkungen sind grün markiert.

Das ist mein Favorit,
weil ich dort geballte Kompetenz vermute:

 

Bei Einnahme von Beeren reichlich trinken, in der Regel sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Sind andere Pflanzenteile in größerer Menge gegessen worden, Arzt aufsuchen.

Der richtige Link: https://gizbonn.de/giftzentrale-bonn/pflanzen/mistel

Und das habe ich noch gefunden:

Weißbeerige Mistel – Wikipedia

de.wikipedia.org › wiki › Weißbeerige_Mistel

Die Pflanze enthält giftige Viscotoxine.[12] Nach Stürmen heruntergebrochene Büsche der Nadelholz-Misteln und männliche Exemplare der Laubholz-Mistel können verfüttert werden und sind im Winter bei Vieh und Wild willkommenes Grünfutter. Die weiblichen Büsche der Laubholz-Rasse sollten allerdings wegen ihrer innen ganz ungewöhnlich klebrigen Beeren als Futter gemieden werden, da sie, sehr unangenehm, im Rachen hängenbleiben können. Kinder sind dringend vor diesen Beeren zu warnen.

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https://www.pflanzen-vielfalt.net/wildpflanzen-a-z/

Sammelgut/essbare Teile: gilt zwar nach neueren Erkenntnissen als ungiftig, dennoch in der menschlichen Ernährung nicht bekannt/genutzt

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Weißbeerige Mistel - Bestimmung (ACHTUNG: Diese ...

www.pflanzen-vielfalt.net › wildpflanzen-a-z › übersicht-i-p › mistel-w...
Diese Pflanze ist GIFTIG und NICHT für die menschliche Ernährung geeignet. Die Weißbeerige Mistel (Viscum album) mit ihren drei Unterarten, nämlich der ...
Im Beitrag heißt es dann:
Die ganze Pflanze gilt nach neueren Erkenntnissen als ungiftig. ...
Was denn nun?

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Mistel: Vorsicht, schöner Parasit! | MDR.DE

www.mdr.de › MDR.DE › Fernsehen › MDR Garten › Pflanzen
16.12.2018 - Die Beeren sind stark giftig, die anderen Pflanzenteile schwach giftigMisteln nicht im eigenen Garten anbauen!
Im Beitrag selbst ist von stark giftigen Beeren nicht mehr die Rede.

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Mistel - Botanikus

botanikus.de › informatives › giftpflanzen › alle-giftpflanzen › mistel
TiergiftigMistel ist giftig für Pferde, Hunde und Katzen sowie für Nager, wie z. B. Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster, außerdem für Vögel ...
Das habe ich auch an anderer Stelle gefunden. Scheint mir plausibel.

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Mistel: Leicht giftige Heilpflanze - T-Online

www.t-online.de › gesundheit › heilmittel-medikamente › mistel-leicht-g...
04.02.2016 - Die Mistel ist leicht giftig und sollte daher mit Vorsicht angewandt werden. ... Die Mistel (Viscum album) wächst an Laub und Nadelbäumen und ...

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Die Mistel - Druiden in Norikum

www.norikum.eu › mistel
Die Misteln (Viscum) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Sandelholzgewächse ... Fütterungs- und Selbstversuche erwiesen keine Giftigkeit.
Später im Beitrag heißt es dann:
Bei starker Dosierung ist die Mistel giftig! Sie führt zu Sensibilitätsverlust, fortschreitender Lähmung, blockiert die Atemmuskeln bis zum Herzstillstand.
Hoppala! Nur beim Selbstversuch ungiftig?

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FAZIT und meine Meinung zur Mistel

Ein ziemliches Durcheinander! Der Text im Suchergebnis ist in vielen Fällen sicher Effekthascherei und dient dazu, Besucher auf die Seite zu locken. Vor allen Dingen wenn von "sehr giftig" die Rede ist und im Beitrag nichts davon oder sogar das Gegenteil erscheint. Zu kurz gekommen ist die Tatsache, dass die Mistel auch seit Jahrhunderten (mindestens! siehe Asterix und Obelix) als Heilpflanze verwendet wird.

 

Ich persönlich stufe sie für mich als leicht giftig ein und werde auch weiterhin darauf verzichten, Beeren oder sonstige Teile der Mistel zu essen. Außerdem stelle ich Mistelzweige sicherheitshalber außerhalb der Reichweite unseres Katers auf.

 

Die Mistelzweige vom letzten Sonntag? Hat sich von selbst erledigt: Beeren und Blätter sind abgefallen, alles entsorgt!


Posted in Amüsantes, Interessantes, Frappantes.

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